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Signalverfolger

Bei der Signalverfolgung beschreitet man den umgekehrten Weg wie bei der Signalzuführung. Man entnimmt dem zu untersuchenden Gerät ein Signal, führt es dem Signalverfolger zu und hört es mit diesem ab. Ein Signalverfolger ist demnach nichts anderes als ein empfindlicher Verstärker. Da es schwierig sein würde, den Verstärker so auszulegen, daß er sowohl NF- als auch HF-Signale in gleicher Weise verarbeitet, wird am Eingang des Signalverfolgers ein umschaltbarer Tastkopf angeordnet, der die NF-Spannungen passieren läßt und die HF-Spannungen durch eine Diode gleichrichtet. Dadurch wird die Modulation der HF-Spannung hörbar, und der Signalverfolger braucht nur als NF-Verstärker ausgelegt zu werden.
Das von einem Signalverfolger aufgenommene Signal kann entweder mit einem eingebauten Lautsprecher abgehört oder durch eine eingebaute Abstimmanzeigeröhre angezeigt werden. Bild 269 bringt die Schaltung für einen universell verwendbaren Signalverfolger mit akustischer und optischer Anzeige des aufgenommenen Signales. Der Verstärkerteil ist dreistufig und mit den Röhren ECC 83 und EL 84 bestückt. Im Eingang liegt das Potentiometer P1, mit dem die Lautstärke geregelt wird. Da der Signalverfolger eine hohe Verstärkung aufweist, ist eine sorgfältige Siebung der Anodenspannungen erforderlich. Deshalb sind vor den Arbeitswiderständen nochmals Siebglieder angeordnet (50 kOhm, 0,25µF). Um die Brummgefahr möglichst zu mindern, arbeitet das erste Triodensystem mit geerdeter Katode. Die Gittervorspannung wird durch den Anlaufstrom am Gitterableitwiderstand (5 MOhm) erzeugt. Der Außenwiderstand der Endröhre EL 84 beträgt 5,5 kOhm. so daß der verwendete Ausgangsübertrager eine Primärimpedanz in gleicher Größe aufweisen muß. Mit dem Schalter S1 kann der Lautsprecher abgeschaltet werden. An die Anode der Lautsprecherröhre ist über einen Kondensator von 10 nF die optische Anzeige mit der Abstimmanzeigeröhre (magisches Auge) EM 84 angeschlossen. Die Empfindlichkeit der optischen Anzeige wird mit dem Potentiometer P 2 fest eingestellt.
Der Tastkopf kann mit einem längeren Kabelstück fest mit dem Eingang des Signalverfolgers verbunden werden. Es ist allerdings praktischer, wenn man das Kabelende
des Tastkopfes mit einem geeigneten mehrpoligen Stecker versieht und bei dem Signalverfolger eine entsprechende Buchse einbaut. Mit dem Umschalter S2 des Tastkopfes kann man auf NF oder HF umschalten je nach dem Signal, das man aufnehmen will.
Die Bauelemente des Tastkopfes bringt man in einem Stück Metallrohr unter. Die Tastspitze besteht aus 2 bis 3 mm starkem Kupfer oder Messing. Der Minus-Anschluß wird mit dem Chassis des zu untersuchenden Gerätes verbunden. Die Stromversorgung des Signalverfolgers kann wieder aus einem Universal-Netzteil erfolgen. Will man das Gerät auch transportieren, ist es vielleicht besser, wenn man für den Signalverfolger eine eigene Stromversorgung vorsieht. Für den Einbau sollte man möglichst ein Metallgehäuse verwenden. Gut geeignet sind große rechteckige Brotbüchsen, wie man sie für den Campingbedarf anbietet. Damit entfällt die Arbeit für die Herstellung eines Metallgehäuses.
Um den Signalverfolger als Reparaturgerät universeller zu gestalten, sollte man den Multivibrator für die Signalzuführung entweder mit einbauen oder an einer mehrpoligen Buchse die Stromversorgung dafür vorsehen. Auch einen Durchgangsprüfer mit Skalenlampenbirne (für niederohmige Prüfungen) und Glimmlampe (für hochohmige Prüfungen) kann man einbauen.
Will man einen defekten Rundfunkempfänger mit Hilfe der Methode der Signalverfolgung untersuchen, dann beginnt man die Prüfung an der Antennenbuchse des Rundfunkempfängers. Über den Lautsprecher des Signalverfolgers sind meist mehrere Rundfunksender hörbar. Dann geht man mit dem auf Stellung "HF" geschalteten Tastkopf weiter zum Schwingungskreis. wobei man jetzt schon auf einzelne Sender abstimmen kann. Je mehr Verstärkerstufen des Empfängers hinzukommen, um so mehr muß die Lautstärkeregelung des Signalverfolgers zurückgedreht werden. Mit dem Signalverfolger lassen sich viele Fehler sehr schnell ermitteln. Der Fehler des defekten Gerätes wird regelrecht eingekreist, die Reparatur gestaltet sich wenig zeitraubend. Mit der kombinierten Anwendung der Methoden der Signalzuführung und der Signalverfolgung kann man fast sämtliche Fehlerquellen schnell ermitteln und eine rationelle Reparatur durchführen.