Home Beschreibung Schaltbild

RIAA Phono Vorverstärker

für MM und MC Tonabnehmer



Technische Daten
 
Eingangsempfindlichkeit (MM)
 2mV / 1kHz
Eingangsempfindlichkeit (MC)  0,2mV / 1kHz
Eingangsimpedanz (MM)
 47k Ohm
Eingangsimpedanz (MC)  470 Ohm
Eingangskapazität (MM/MC)
 22pF - 410pF einstellbar
Ausgangspegel (MM/MC)
 200mV RMS - 7,707V RMS einstellbar
Klirrfaktor  < 0,001 %
Einhaltung RIAA Kennlinie  < 0,15 dB
Frequenzgang 0 - 40kHz  +/- 0,48 dB
Signal/Rausch Abstand  >= 110 dB

In den letzten Jahren erfreut sich die analoge Wiedergabe von Musik wieder gesteigerter Beliebtheit. Zu einer guten analogen Wiedergabekette gehört selbstverständlich ein Plattenspieler. Gute Plattenspieler und gute Tonabnehmer Systeme gibt es nach wie vor am Markt. Nur seit den 1990er Jahren verschwinden in den Verstärkeranlagen am Markt die Anschlüße für die Plattenspieler. Man ist also auf eine externe Lösung angewiesen.

An externen Lösungen gibt es zwei Klassen extrem billig oder sauteuer. Die billigen Phono Vorverstärker hören sich auch billig an und die sauteuren sind so teuer das es schon schmerzt wenn man sieht was drin steckt und was dafür verlangt wird. Elektor hat 2016 eine Neuauflage seines SUPRA Konzeptes heraus gebracht. Das war der Anstoß für mich so etwas mal selbst zu bauen. Der SUPRA II verwendet extrem schlecht beschaffbare Operationsverstärker, die  sehr teuer sind und das in großer Zahl. Kosten Nutzen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis. Aber da gab es doch die Ur-Schaltung des SUPRA von 1982. Das Halbleiterheft von 1982 rausgekramt und mal geschaut was da zu machen ist. Die Schaltung ist ein richtiges "Transistorgrab", dass aber seine Berechtigung hat. Schaut man sich die technischen Daten an so spielt das "Transistorgrab" in der Oberliga der Phono Vorverstärker.

Neben der sehr guten Verstärkerschaltung hat der Entwickler leider die Flexibilität und eine gute Stromversorgung vergessen. Das macht aber nichts das kann man ja ändern.

Folgende Ergänzungen und Änderungen wurden vorgenommen:
- Anpassung der Eingangskapazität per DIP-Switch.
- Umschaltung von MM auf MC Betrieb per DIP-Switch.
- Ausgangspegel einstellbar per Trimmer.
- Echte symmetrische Stromversorgung mit Doppeltransformator und aufwendiger Siebkette.
- Stromversorgung und Verstärker im getrennten voll geschirmten und geerdeten Gehäusen.

Die Anpassung der Eingangskapazität ist ein ein gern vergessener Stellhebel um die Wiedergabe einer Schallplatte zu optimieren. Stimmt sie nicht kann die Wiedergabe dumpf klingen oder sie klingt stark höhenlastig. Deshalb die erste Massnahme ein DIP-Switch über den bis zu 4 Kondensatoren parallel geschaltet werden können. Das ergibt einen Einstellbereich von 22pF bis 410pF. Mit diesem Bereich kann man alle am Markt befindlichen Tonabnehmer Systeme optimal anpassen.
In der Ur-Schaltung wird der MC Betrieb zwar erwähnt aber nicht weiter in der Schaltung berücksichtigt. Massnahme zwei: DIP-Switch für die Anpassung der Verstärkung und des Abschlußwiderstandes. Somit braucht man nicht zum Lötkolben greifen wenn man zwischen MC und MM Betrieb wechseln möchte.
Die heutigen Verstärkeranlagen sind teilweise sehr empfindlich was die Eingangspegel anbetrifft. Stimmen die nicht kann es schnell zu Verzerrungen kommen die gut hörbar sind. Massnahme 3 ist ein Pegelsteller für den Vorverstärker. Mit einem Trimmpoti pro Kanal kann der Ausgangspegel auf für den Vollverstärker passende Werte eingestellt werden.
Eine unverständliche Empfehlung der Entwickler, ist der Rat ein Steckernetzteil für den aufwendigen Verstärker zu verwenden. Massnahme vier: echtes Doppelnetzteil mit CRC Siebkette zur Versorgung der Spannungsregler auf der Verstärkerplatine. Des weiteren wurde die Spannungsregelung doppelt aufgebaut und nicht wie im Original nur einfach. Das brachte eine Verbesserung des Signal Rauschabstandes von 25dB.
Letzte Massnahme: vollgeschirmtes Aluprofilgehäuse jeweils für Netzteil und Vorverstärker getrennt. Die 6mm Alufrontplatten haben keine akustische Bewandnis sondern dienen nur dem festeren Stand der beiden Gehäuse.

Herausgekommen sind zwei neue Platinen und ein Phono Vorverstärker der in der absoluten Oberklasse mitspielen kann. Bis auf die Kondensatoren sind die Bauteile sehr preisgünstig, auch die 1% Metallschichtwiderstände. Bei den Kondensatoren habe ich nicht gespart und engtolerierte 1% Glimmerkondensatoren verwendet. Dies kam der Einhaltung der RIAA Kennlinie extrem entgegen und machte sich positiv im Klangbild des Verstärkers bemerkbar. Sowohl die Eingangskapazitäten als auch die Kondensatoren für die RIAA Entzerrung wurden als Glimmer Kondensatoren ausgeführt. Die 16 Kondensatoren waren genauso teuer wie der Rest der gesamten Schaltung. Man gönnt sich ja sonst nix :)).

Bei der Beschaffung der Platinen bin ich gerne behilflich.  Einfach ein Mail an

Viel Spass beim nachbauen.
Hans Borngräber


Netzteil und Vorverstärkerplatine bestückt


Die beiden Gehäuse von vorne




Die Rückseiten der beiden Gehäuse


Das Netzteil Innenansicht


Der Phono Vorverstärker Innenansicht


Einbau des Vorverstärkers in einen Pioneer PL115D

Der alte VV kommt raus.


Probe liegen und Suche der günstigsten Position.


Finale Position des Netzteiles.


Auch der Vorverstärker hat seinen Platz gefunden.


Der Vorverstärker benötigt eine Klebeplatte um die Schrauben zu verstecken.




Fertig verkabelt.


Die Originale Aussenschale ist unverändert. So sollte es sein.


Alles wieder am Platz und anschließendes Probe hören.