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OTL-Kopfhörer Verstärker


Technische Daten

Ausgangsleistung 200mW
Klirrfaktor 0,1% bei 80mW
Ausgangsimpedanz 70 - 300 Ohm
Frequenzgang -3dB 20Hz - 56kHz
Trafoleistung 47VA
Kopfhöreranschluß 6,3mm Klincke
Eingang Cinch

Das ist nicht der erste Kopfhörer Verstärker auf meiner Webseite. Aber der erste  Verstärker ohne Ausgangsübertrager. Eine Sache zu der ich bisher immer kritisch  stand. Die technische Umsetzung reizte mich  trotz meiner Bedenken und es ist die folgend beschrieben Schaltung dabei heraus gekommen.

Das Netzteil
Bei dem Netzteil handelt es sich um eine für Röhrenverstärker übliche CRC Siebkette mit verhältnismäßigen großen Kondensatoren. Der Grund hierfür ist die  maximal mögliche Brummreduzierung. Eine weitere Massnahme zur Reduzierung des Netzteilbrumms ist die Höherlegung des Masspotentials der Röhrenheizung. Das macht eine Gleichspannungsheizung überflüssig und vereinfacht die Trafobeschaffung. Die Schaltung für die Höherlegung des Massepotentials befindet sich aus gründen einer einfacheren Verkabelung auf der Verstärkerplatine. Der Halbleiter Gleichrichter wurde aus einzelnen Fast swichting Dioden realisiert. Die haben weniger Schaltspitzen die sich gerne im Kopfhörer als Knattern bemerkbar machen. Um dieses Knattern  endgültig
zu elimenieren, wurde jeder Diode ein Kondensator verpasst. In Fachkreisen heisen die Snubber Kondensatoren. Während der Tests bin auf ein Problem gestoßen das mit der heutigen EMV verseuchten Wohnumgebung zu tun hat. Wifi und Powerline Ethernet sorgten für Störungen die deutlich im Kopfhörer zu hören waren. Ein EMI-Filter machte ihnen ein Ende. An das Netzteil kann 100mA Gleichstrommeßgerät angeschlossen werden. Das ist für die jenigen gedacht die gerne den Anodenstrom der Endröhren im Auge behlaten wollen.
Als kleinen Zusatz habe noch ein 5V Netzteil eingebaut. Das war ursprünglich für eine Fernsteuerung gedacht. Die Fernsteuerung taucht zwar noch auf den Bildern auf aber sie wurde verworfen und es wurde ein anderes Projekt daraus mit größren Ausmaßen. Das 5V Netzteil blieb weil es sehr gut für die Versorgung eines Bluetooth Adapter verwendet werden kann. Wenn man die Musik streamen möchte.
Um einen sicheren Nachbau zu gewährleisten habe ich für das Netzteil eine Platine entworfen. Freiverdrahtete Netzteile finde ich auf Grund gemachter Erfahrungen nicht mehr so sicher.

Der Vorverstärker
Nachdem das Eingangssignal Cinch Buchse und Poti überquert hat landet es auf dem Gitter der Doppeltriode ECC803S. Die Diode wurde ausgewählt wegen ihrer geringen Mikrofonie und ihrer EMV Unempfindlichkeit. Ausgesprochen wichtig ist das alle Signalleitungen von der Chinch Buchse über das Poti bis zu Platine geschirmt werden. D.h. jede geschirmte Leitung muß einseitig auf Masse gelegt werden. Die Masse selbst muß in seperaten Leitungen von der Cinch Buchse zum Poti und dann zur Platine geführt werden. Niemals die Abschirmung als Leitung für die Massezuführung verwenden. Das gibt mit Sicherheit Brummprobleme.
Die ECC803S bedient beide Stereokanäle da sie über 2 Trioden verfügt. Ihre Beschaltung entspricht den Vorgaben des Philips Datenblattes.

Die Endstufe
Die Endstufe wird von einer 6V6GT Pentode gebildet die in Triodenschaltung betrieben wird. Das Ausgangssignal wird über dem Kathodenwiderstand abgenommen. Die ist also als Kathodenfolger geschaltet . Das bedeutet die Verstärkung der Endstufe ist < 1.  Dadurch erfolgt eine Impedanzwandlung und die Anpassung an den niederohmigen Kopfhörer.
Es verstärkt nur die Triode der ECC803S.Der Anodenstrom pro Endröhre beträgt ca.40mA.
Die folgenden Bauteile dienen einzig und alleine der Sicherheit. Sie haben in der angegeben Dimensionierung keinen Einfluß auf den Klang. Trennen aber den Kopfhörer zuverlässig von der Schaltung wenn es zu defekten in den Röhren oder sonstigen Bauteilen der Schaltung kommt. Ziel der Beschaltung ist es die Sicherung auszulösen bei zu hohen Spannungen.
Die Heizungsverdrahtung der Röhre ist nicht im Platinen Layout ausgeführt sondern muß durch eigene Leitungen ausgeführt werden.

Die Aussteuerungsanzeige
Die grünen Aussteuerungsröhren haben etwas meditatives, deshalb hat auch dieser Verstärker eine :). Die beiden Stereosignale werden mit einem Hochspannungs Mosfet gemischt, dann gleichgerichtet und dem Gitter der EM80 Anzeige zugeführt. Die Zenerdioden sollen eine pseudo logarithmische Anzeige ermöglichen. Der Mosfet dient der Vereinfachung und hat keine Einfluß auf den Klang.

Als Testkopfhörer kam ein Sennheiser HD24 zum Einsatz. 70 Ohm und bis zu 200mW belastbar, mehr gibt die Schaltung auch nicht her. Ein Anschluß von Lautsprecherboxen wurde nicht getestet.

Eine Beschreibung des Klanges brachte eine Testperson auf den Punkt: Räumlich, Brummfrei, Röhrentypisch.

Bei der Beschaffung der Platinen bin ich gerne behilflich.  Einfach ein Mail an

Viel Spass beim nachbauen.
Hans Borngräber


Testaufbau auf dem Steckboard


Testaufbau auf dem Alu-Chassis noch nicht optimal


Finale Verstärkerplatine




Finaler Testaufbau noch mit Steuerung und Kanalanzeige.
Kam später in anderes Projekt.




Gehäusebau